Geschichte
Die Stiftung Warte- und Pflegeanstalt für kleine Kinder wurde am 20. Juli 1835 vom Rektor des Martinstiftes Karl-Christian-Wilhelm Reinthaler gegründet. Aufgrund der Not der arbeitenden Mütter, die keine Möglichkeit hatten, ihre Kinder während des Tages beaufsichtigen und betreuen zu lassen, wurde die Einrichtung geschaffen. 1925 wurde der "Moritzkindergarten" dann als Erweiterung des "Pergamenterkindergartens", welcher aus allen Nähten platzte, der Stiftung angeschlossen und fand seinen Platz in einer Baracke in der Schlüterstraße.
Am 17. April 1990 berichtete die Leiterin des Moritzkindergartens in einer Vorstandssitzung über die Umweltbelastungen, denen die Kinder in der Schlüterstraße ausgesetzt sind sowie über die unzureichende Größe des vorhandenen Spielplatzes. Daraufhin stellte der Vorstand bei der Kommune den Antrag, eine neue Einrichtung im Blumenviertel oder in der Nähe des Nordparks bereitzustellen.
Nach Verhandlungen wurde am 18. Juni 1991, in Zusammenarbeit von Vorstand und Jugendamt, der Antrag auf Übernahme des Kindergartens Stolzestraße 1 beschlossen.
Im August 1992 wurde nach langen Verhandlungen bestätigt, dass die Übernahme eines kommunalen Kindergartens durch eine konfessionelle Tägerschaft erfolgt. Dies war in Erfurt der erste Trägerwechsel in dieser Form.
Der Name "Moritzkindergarten" ist noch Bestand aus seiner Zeit am Barackenstandort an der Moritzschule in der Auenstraße/ Ecke Schlüterstraße.
Dort stand eine der ältesten Kirchen Erfurts, die St. Moritz-Kirche, die im Jahre 1633 von den Schweden abgebrochen wurde. Sie stand in der jetzigen Moritzstraße, in Höhe der Straße zum Venedig. Die Kirche war dem Heiligen Mauritius geweiht, der im 3. Jahrhundert in Ägypten geboren wurde. Mauritius war Offizier in der thebäischen Legion, die Christen verfolgen und töten sollte. Die Legionäre wurden zu Märtyrern, weil sie sich dem Befehl zu töten widersetzten. Er starb im heutigen Maurice in der Schweiz.



